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Corona - Eltern - Wir Eltern tragen die emotionale Verantwortung

*Werbung Verlinkung von Hilfsorganisationen 


#Coronaeltern

Menschen sind doch das Wertvollste, was man gewinnen kann.

Siegmund Freud

 

Ich finde

Kinder sind doch das Wertvollste, was man gewinnen kann.

 

Corona Eltern

Seit ein paar Tagen gibt es auf Instagram einen neuen Hashtag. Eltern öffnen unter #CORONAELTERN ihre Herzen, äußern ihren Unmut über die Situation während der Krise und nehmen kein Blatt vor den Mund, um nach außen zu tragen, was sie bewegt.

So weit, so gut. Durch den völligen Wegbruch jeglicher Unterstützung kommen wir Eltern in einen nie da gewesenen Ausnahmezustand. Die Möglichkeiten sind ausgereizt und die Emotionen am Limit.

Als Mama von drei Kindern weiß ich, was es bedeutet, ohne jegliche Unterstützung klar zu kommen. Schon die letzten Jahre habe ich mich hauptsächlich alleine um meine drei kleinen Kinder gekümmert. Mein Mann, Professor, hat nicht selten eine 60 bis 70 Stunden Woche. Gerade im Baby- und Kleinkindalter war ich mit meiner Immunschwäche oft in Situationen, die andere nicht annähernd nachvollziehen konnten. Denn die meisten Eltern waren es gewohnt, Gesundheit und Großeltern zu haben.

Dennoch war ich voll und ganz für meine Kinder da. Erlebte viel Freude und täglich schöne Momente. Bildete mich weiter und machte mich selbstständig.

Es war hart und lehrreich und genau diese Lebenserfahrung kommt mir nun während der C-Krise zugute.

Ja genau wegen dieser Lebenserfahrung möchte ich nun sagen,

DAS WICHTIGSTE SIND DIE KINDER UND IHRE SEELEN

 

 

Achtet auf die Seele Eurer Kinder

Ja, achtet darauf was sie von all Euren Sorgen und Eurem Kummer mitbekommen.

Ich bin entsetzt darüber, wie sich manche Eltern über die Zeit mit dem Kostbarsten, was ihnen anvertraut wurde, äußern. Ja, wie sie sich über die Zeit mit ihren Kindern und ihre Familienzeit auslassen.

Da werden Vorher-Nachherbilder gepostet im Stil von "Junge Frau vs alte Frau." Schön bearbeitet, um Jahrzehnte älter zu wirken. Kommentiert mit:

"So sehe ich aus, wenn ich bis zum Herbst meine Kinder betreuen muss."

Ich las Aussagen mit passendem Bild "Die Zeit mit den Kindern ertrage ich nur mit Alkohol."

( Bitte wendet euch in dem Fall an die anonymen Alkoholiker. Ernsthaft!)

Mütter schreiben ohne Scham, dass sie weinend auf dem Küchenboden zusammenbrechen und ihre zwei- und sechsjährigen Kinder sie trösten mussten. Ernsthaft? Die Kinder trösten die Eltern und diese bekommen im Netz dafür noch Zuspruch?! Frei nach dem Motto. Jaaaa, so schlecht geht es Dir, Du Arme, dass es soweit kommt...

Mein erster Gedanke war darüber

Ich bin schockiert und mich macht das wütend. Nicht die arme Mutter, sondern die armen Kinder. Ziemlich narzisstisch dieses Verhalten.

Reißt Euch doch bitte mal am Riemen!

Bei allem Respekt für Eure Not, wie gesagt, ich weiß,wie Ihr fühlt.

ABER DAS DARF NICHT PASSIEREN. Kinder sind nicht dazu ausgerüstet, psychisch die Folgen Eurer emotionalen Ausbrüche zu tragen. Dazu frage mich und Euch auch ganz offen:

Wenn Ihr schon im Internet solche Dinge für jeden zugänglich äußert, macht Ihr das auch zuhause vor den Kindern????

Macht Ihr Euch Gedanken darüber, dass sie in 20 Jahren all dies zu lesen bekommen. Das Internet vergisst nichts!

Was denkt Ihr, löst das dann in ihnen aus? 

"Wow, meine Mama oder Papa schrieben das also damals im Netz über mich, während es da draußen um Leben und Tod ging.... Ich kann mich noch erinnern, als ich sie weinend auf dem Küchenboden trösten musste.

Ging mir auch so, und wer tröstete mich damals? Mama konnte es nicht, war ja selbst so traurig.

Mich tröstete damals dann keiner, denn die Erzieherin in der Kita war nicht da. Und diese waren laut Aussagen von Mama und Papa ja für mich zuständig. Nicht sie! Deswegen weinte sie ja. Pech gehabt"

 

Ich gehe hier im weiteren Verlauf des Artikels bewusst nicht mehr auf die Notwendigkeit der Fremdbetreuung ein. Das machen andere schon genug!

 

Wichtiger ist nämlich noch:

Lasst den Kindern ihre Kindheit. Jetzt mehr denn je. Achtet auf ihre verletzliche Seele. Auch sie haben Angst.

       

Eltern tragen die emotionale Verantwortung

Nehmt Euer Kind morgens nach dem Aufstehen in den Arm, sprecht über den kommenden Tag. Fragt sie, wie es ihnen gerade geht. Hört zu!

Erklärt ihnen dabei gerne kindgerecht, dass Ihr alles auch schwierig findet, aber sie als Kinder nicht für die Situation und Euch verantwortlich sind. Zeigt ihnen, Ihr seid die Erwachsenen. Ja, genau Ihr Lieben, das ist nämlich der Punkt!

Ihr als Eltern tragt die emotionale Verantwortung bei Euch zu Hause.

Nicht die Regierung, nicht die Betreuung in Schule und Kita und schon gar nicht die Kinder.

Ihr alleine und dieses Bewusstsein muss über aller Not von mangelnder Unterstützung stehen. Dann, ja nur dann, wenn Ihr diese Verantwortung erkennt und übernehmt, kommt Ihr und Eure Kinder auch seelisch gesund durch die Krise. Das ist genauso wichtig wie ein Schutz vor einer Infektion.

 

Ein Brief aus der Sicht der Kinder

Auf Instagram habe ich einen Brief veröffentlicht, der ein wenig zeigt worum es geht. Lasst es auf Euch wirken.

 

Liebe Mama, lieber Papa,

heute schreibe ich Euch, weil ich mich bei Euch entschuldigen möchte.

Es tut mir von Herzen leid, was ich Euch gerade antue.

Schon morgens, wenn Ihr aufsteht, sehe ich Euren großen Kummer.

Ich weiß, warum Ihr so gereizt und oft schlecht gelaunt seid. Deswegen verspreche ich Euch, ich versuche auch ganz leise zu sein, zu spielen oder meine Schulaufgaben zu machen.

Wenn Ihr die Augenbraue hochzieht, weiß ich schon, jetzt habe ich wieder zu laut etwas von mir gegeben. Das ist mir ganz arg. Noch mehr, wenn Ihr laut werdet

Wisst Ihr, auch ich vermisse etwas.

Mein alltägliches Zuhause...Meine liebe Kindergärtnerin oder Lehrerin, meine Freunde die mir wie Geschwister wurden. Die Zeit am Abend, wenn wir zusammen zu Abend gegessen haben, war immer kostbar. Alle sagen, nun haben wir mehr Zeit. Aber sie ersetzt nicht im Geringsten das, was ich in der Kita oder in der Schule und der Betreuung danach erleben durfte. Wer braucht Eltern?! Ich vermisse mein Zuhause in der Betreuung. Ich fühle also vollkommen mit Euch, die Situation darf so nicht weitergehen! Ich möchte auch nicht bei Euch zu Hause sein und Euch zur Last fallen. Das war so nie geplant. Ja, ich höre ja immer, so war das nicht gedacht.

Aber ich verspreche Euch, bald bin ich wieder da, wo ich Eurer Meinung nach hingehöre. In die Kita, die Schule und die Betreuung. Dann dürft Ihr Euer Leben wieder so leben wir Ihr es gewohnt seid. Voller Erfolg im Beruf, ohne gestört zu werden. Dann werde ich wieder voller Freude mit den Menschen, die mich gewohnt sind, den ganzen Tag zusammen sein und Euch nicht mehr zu Last fallen. Bald ist alles wieder gut. Und bis dahin verspreche ich Euch Mama und Papa, ich gehe Euch soweit es in meinen kindlichen Möglichkeiten liegt, aus dem Weg.

 

Alles Liebe

Dein/Euer

Kind

 

MERKT IHR WAS HIER SCHIEF LÄUFT?

 

So sollte es nicht im Bewusstsein der Kinder sein.

 

Aber ich bin sicher, dass mit dem richtigen Bewusstsein und der richtigen Herzenseinstellung unsere Kinder und auch wir seelisch unbeschadet aus der Krise kommen. 

 

Alles Liebe

Eure Daniela

Wenn es ohne Hilfe nicht geht

Ja, und wenn es ohne Unterstüzung nicht geht, dann wende Dich lieber an einen Erwachsenen, der Dir zuhört und Dich unterstützt. Da die sozialen Kontakte wegfallen, hier ein paar Nummer von Organisationen die Hilfe anbieten.

Der deutsche Kinderschutzbund hat diese für Eltern in Not zusammengefasst

https://www.dksb.de/de/artikel/detail/anregungen-und-tipps-fuer-familien-in-der-corona-krise/

 

Für Eltern, die ohne Alkohol nicht klarkommen

Sei mutig und schaue auf die Seite der anonymen Alkoholiker. Da findet ihr eine Nummer zum anrufen. 

https://www.anonyme-alkoholiker.de/

 

FÜR DIE KINDER

Traut Euch und vertraut Euch jemanden an.

Hilftelefon sexueller Mißbrauch

0800- 22 55 530

Gewalt gegen Frauen

0800 - 0116016

Kinder und Jugendtelefon "Nummer gegen Kummer"

116 111