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Sommerfrische am Lago Maggiore im Grandmillennialstyle

Der Lago Maggiore, friedlich gelegen am Fuße der Alpen, war einst schon in der Antike bei römischen Legionen beliebt. Aus ihren Stellungen bildeten sich später Siedlungen und Fischerdörfer, die im Mittelalter Herzögen, Königen und Bischöfen als Sommerresidenz dienten.

Später verweilten die Adligen aus dem Piemont in den Sommermonaten an diesem traumhaft schönen See.

 

Die Mischung aus türkisblauem Wasser,  Bergen und der reichhaltigen Flora und Tierwelt gleichen einem Paradies und so ist es nicht verwunderlich, dass diese Region, welche sich das Schweizer Tessin und die italienische Lombardei teilen, bis heute ihre Hochkonjunktur feiert.

Während jedoch viele Europäer gerne südlicher in die italienische Sonne reisen, hat diese Region, genau wie die Region um den  Lago di Como, ihre Beliebtheit bei den Grandmillennials  in den Südstaaten gefunden.

Kein Wunder, verbringen doch Prominente wie Georg Clooney und Tom Cruise dort ihren freien Tage in ihre Villen und Palazzi. Vor ihnen zog es schon Berühmtheiten wie Napoleon und Thomas Mann in die Sommerfrische an einen dieser Seen.

Ferienwohnung mit Seezugang

War für uns als Familie der Lago di Como noch vor der Pandemie unser Reiseziel, zieht es uns heute nach Jahren wieder mehr an den Lago Maggiore.

Im letzten Sommer fanden wir eine schöne Wohnung mit großer Terrasse wie aus einem Film, in einem Haus direkt hinter der Schweizer Grenze mit eigenem Garten und Seezugang. Perfekt für einen Sommerurlaub mit Kindern.

Besonders angetan haben es uns die eleganten und historischen Orte Luino und Maccagno am Ostufer des Sees, genau wie der kleine Ort Pino sulla sponda.

Hier trifft das italienische Dolce Vita auf Ruhe, Entspannung und auf die typische Lebensart Italiens. Perfekt zum Baden im glasklaren Wasser, einem Espresso oder Prosecco mit Seeblick, Flanieren durch die Boutiquen oder besuchen eines Marktes.

Luino

 

 

Luino, bekannt für seine Geschichte, war einst Militärstützpunkt der Römer, unter dem Namen Luvinum.

Nicht zuletzt beliebt wegen seiner guten Anbindung an die Schifffahrt.

Im Mittelalter wurde die Stadt dann abwechselnd von einflussreichen Familien aus Como und Mailand verwaltet.

Nach der Schlacht bei Marignano (1515), einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Eidgenossen und dem Königreich Frankreich um das Herzogtum Mailand, übernahmen die Franzosen die Regentschaft dieser Stadt.

 

Berühmtheit erlangte das heutige Luino, als der italienische Freiheitskämpfer Guiseppe Garibald im Jahr 1848 die mittlerweile österreichische Besatzung aus der Stadt vertrieb. 1861 gründete Italien, unter König Victor Emmanuel II. seinen Nationalstaat.

Ab da kehrte Ruhe in diesen Ort ein. 

Die Stadt verfügt seit Ende des 19. Jahrhunderts über eine Eisenbahnlinie, welche den Hafen in Genua mit der Hauptstadt des Tessin, Bellinzona verbindet.

Im Jahr wurde die Stadt von Luvino in den Namen Luino umbenannt.

 

Heute zeichnet sich die Stadt durch ihre schönen altertümlichen Gassen, den mondänen Hafen samt lebhaften Cafés und dem berühmten und größten Markt der Region, aus.

Für uns ein Ort zum Abschalten, Entdecken, Einkaufen, Flanieren und am Hafen zu sitzen.

Maccagno

Eine Legende besagt, dass der römisch-deutsche Kaiser Otto I. im Jahr 962 n.Chr., Zuflucht in dem kleinen Fischerdorf Maccagno fand. Aus Dank sprach er dem Ort die Unabhängigkeit der Feudalherrschaft zu und erlaubte den Adligen das eigene Prägen von Münzen. Maccagno entwickelte sich zu einem von Vasallen umringten Freistaat. Diese Unabhängigkeit bestand bis zur Eroberung der Barromäer.

Im 18. Jahrhundert florierte die Stadt aufgrund ihrer verschiedenen Handwerksbetriebe und gewann erstmalig Energie durch Wasserkraft. Es wurden Sägewerke und Mühlen errichtet, in denen das Holz aus der Umgebung verarbeitet wurde. Im Laufe der Zeit entwickelten sich daraus immer größere Industrieunternehmen.

Heute ist dieser Ort allerdings hauptsächlich dem Tourismus gewidmet.

Die Strandpromenade lädt zum Verweilen ein, der Strand zum Schwimmen. Besonders schön ist es in den Abendstunden am Yachthafen, wenn die Sonne über dem See untergeht und kühle Luft aus den Bergen strömt.

Pino sulla sponda

Der kleine und erste Ort auf der italienischen Seite, Pino sulla sponda, liegt herrlich gelegen auf einem Felsvorsprung und ist mit seinen drei Kirchen schon vom Ufer des Sees aus zu sehen. Das Dorf besitzt unterhalb des Berges, am See, einen kleinen Bootshafen.

Die Grafen von Seprio verwalteten im Hochmittelalter diesen Ort als freie Kommune, später dann die Mailänder Herrschaft der Visconti, welche den Ort dem Hoheitsgebiet der Quattro Valli anschlossen und im Jahre 1439 die Familie Rusca als Lehen ernannten.  1583 übernahm die Familie Marliani den Ort.

 

Ist heute der Tourismus die einzige Einnahmequelle, lebten die Dorfbewohner in der Vergangenheit von der Land- und Waldwirtschaft. 

Dieser kleine und zarte Ort zeugt von seiner Ursprünglichkeit durch die alten Häuser, Kirchen und eleganten Villen.

Zudem steht am Ortseingang eine Statue, die an den Widerstand im Zweiten Weltkrieg erinnert. Über die Wälder zwischen den Grenzen der Schweiz und Italiens wurden Lebensmittel und vor allem Menschen in das freie Tessin geschmuggelt und geschleust.

Geschichtlich gesehen ist es interessant und gleichzeitig schlimm zu wissen, dass jeder, der im damals faschistischen Italien vor den Nazis auf der Flucht war, hier noch um sein Leben fürchten musste. Wenige Meter Luftlinie weiter wartete die Freiheit in der Schweiz. Die Freiheit, welche die Menschen von hier aus klar vor Augen hatten, da der Blick über den See ins Tessin führt, und doch unerreichbar schien. Etwas, dass uns besonders berührt hat.

Den Davidsstern legten wir unterhalb des Ortes an den Strand, wo einst Nazis und Faschisten patrouillierten, hörten messianischen Lobpreis und beteten gemeinsam zu unserem großen Gott. Im Nachhinein gesehen bedeutet dies Sieg über das damals Böse, wenn auch erst Jahrzehnte später. Das ist Shalom.

 

 

 

 

Das Piemont - Schloss Aglie

Zum Schluss möchte ich noch das Schloss Aglie im schönen angrenzenden Piemont erwähnen.

Dieses diente einst als Sommerresidenz des Königshauses Savoyen und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Besonders erwähnenswert ist der schöne und große Schlossgarten, mit seinem Teich und vielen zauberhaften Bereichen.

 

Leider war an diesem Tag das Schloss öffentlich nicht zugänglich.

Der Park war diese zweieinhalbstündige Fahrt jedoch schon wert und eignet sich perfekt für ein Picknick.

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Region um die Oberitalienische Seen gerne besucht wird.

Für uns war dies gewiss nicht die letzte Reise an den Lago Maggiore.

 

 

Arrivederci sul Lago Maggiore, ci vediamo presto

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Kommentare: 2
  • #1

    Carsten (Dienstag, 30 August 2022 12:19)

    war wunderschön

  • #2

    Iris (Sonntag, 04 September 2022 11:02)

    Vielen Dank für die wunderschönen Fotos und die detaillierte geschichtliche Beschreibung der Orte! Sehr interessant!

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Kommentare: 2
  • #2

    Pfalz Perle (Freitag, 08 Oktober 2021 11:54)

    Liebe Daniela,
    wie wunderschön dein Blog jetzt in neuem Design erstrahlt! Ich freue mich, dass du so umfangreich und auch mit so tollen, liebevoll ausgewählten Bildern über den Grandmillennial Stil schreibst. Ich lasse dir die besten Wünsche hier und eine herzliche Umärmelung. S.

  • #1

    Damaris (Montag, 21 Dezember 2020 22:09)

    Liebe Daniela,

    vor kurzem bin ich auf deinen Blog gestoßen. Einmal, weil auch ich diesen Lebensstil ganz irdisch pflege und Frankreich sehr liebe, aber vor allem hat es mich zutiefst gefreut, in dir eine Schwester im Glauben an unseren Herrn und Heiland Jesus Christus gefunden zu haben. Seitdem schaue ich noch lieber vorbei.
    Ich möchte dich hiermit ermutigen, weiter so zu schreiben wie du es tust! Es war vielleicht nie nötiger als aktuell! Möge ER dich und vor allem das Geschriebene segnen!
    ER kommt bald!!
    Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet